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Texte von Astrid Toda

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Kalender 2017

 

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Knigge für Benin, Westafrika

 

Knigge für Benin, Westafrika

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Dieses praktische Ring-Buch (80 Seiten) ist für jeden Besucher Benins unverzichtbar. Aber auch alle, die sich für andere Kulturen interessieren, finden hier wertvolle und oft überraschende Informationen. Der Titel spricht für sich.
Es kostet 14,50 € zzgl. Versandkosten:
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Master werden ist nicht schwer, Master sein dagegen sehr!


Erinnerungen zum Thema Arbeitgeber - Arbeitnehmer aus ihren ersten Jahren in Lagos, Nigeria (Westafrika)
 

Master werden

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Dazu ein Brief aus dem Bundespräsidialamt:
 

Bundespräsidialamt
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Marcel und ich - oder - Ein Engel mit langen Ohren


Eine Geschichte aus Afrika, erzählt und notiert von A. Y. Medatinsa, übersetzt und bearbeitet von A. Toda
 

Marcel und ich

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Diese Büchlein können zum Preis von je 5,00 EUR, zzgl. 1,45 EUR Versandkosten, beim Förderverein erworben werden.
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Benin mit Familienanschluss


Das Buch enthält Bilder und Geschichten zum Anwärmen aus zehn Jahren privatem Engagement in der Entwicklungshilfe Westafrika von Astrid Toda.
 

Buch Benin mit Familienanschluß

 

Dieses Buch kann zum Preis von 20€ (zzgl. Versandkosten) erworben werden. Sie unterstützen durch den Kauf des Buches meine Arbeit in Westafrika.

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Entwicklungshilfe - Westafrika


Artikel aus der Zeitschrift Wechsekwirkungen und Zukuenfte
Jahrgang 2002, Sep-Okt. Nr.5, Seite 55:

Ein Schulprojekt als Beitrag, die Verschuldung der Industrienationen gegenüber Afrika zu begleichen
Von Astrid Toda-Glocker

>Hallo! Ich bin auf der Suche nach Projekten im Internet auf Ihre Website gestoßen. Ich finde toll, dass Sie das wirklich durchführen, wovon ich träume. Ich möchte auch endlich den Armen helfen. Gibt es eine Möglichkeit bei Ihnen mitzuarbeiten?<

So lauten viele E-Mails an mich, die ich über meine Homepage erhalte, meist abgeschickt von jungen Menschen, die versuchen einen Sinn für ihre Zukunft zu finden. Ich bin gerührt von den vielen Beweisen für Idealismus und mitmenschliches Fühlen. Gleichzeitig aber macht mich die Erkenntnis traurig, wie wenig bei uns auch heute noch über Aktionen und deren Wechselwirkung nachgedacht wird. Ich mache diesen Vorwurf nicht den jungen Leuten sondern der Gesellschaft als ganzes.

Gerade noch nehmen wir zur Kenntnis, dass die griechische Hochkultur für seine Architektur die Säulen von Ägypten übernommen hat. Bereits 2660 v. Chr. zur Zeit der 3. Dynastie gehörten Säulen zur architektonischen Ausdrucksform Ägyptens. Doch sehen wir in Europa die ägyptische Kultur mit ihren hervorragenden Wissenschaften als farbige Kultur? Oder benebeln wir gerne unser Bewusstsein mit hellhäutigen Eindrücken?

Haben wir gehört, dass bereits im Neolithikum (bis 2500 v.Chr.) Afrikaner aus südlichen Gebieten über die Sahara hinweg Handel mit Nordafrika betrieben? Mit der Einführung der Kamele 100 n. Chr. als Transportmittel erlebte dieser Süd - Nordaustausch einen großen Aufschwung. Schon in der Antike kamen Europäer in den Genuss afrikanischer Kunst und Reichtums. Zwischen 770 und 800 n. Chr. war das damals weiter nordwestlich gelegene Königreich Ghana der Hauptakteur im Goldhandel und dafür weit berühmt. (Karenga, 90-92)

Wissen wir, dass die Mauren, die ab 711 n. Chr. Südspanien eroberten (man könnte sagen kolonialisierten) und fast 800 Jahre lang das Goldene Zeitalter dieser Region bestimmten, zum größten Teil Schwarzafrikaner waren? Im Namen des Islam errichteten sie Schulen und Universitäten, Bibliotheken und Bäder, brachten uns Erdbeeren, Ingwer, Zuckerrohr und Baumwolle. Aus dieser Zeit gibt es großartige Zeitzeugen, die uns bei einem Urlaub in Südspanien bezaubern. Sind wir uns bewusst, dass gegen Ende des 15. Jahrhunderts, als das Königreich Spanien die Mauren vertrieb, mit dem Abzug der Afrikaner die Kultur der ganzen Region zusammenbrach und vom Katholizismus vernichtet wurde. Die spanische Krone befreite nicht, wie wir es uns oft einzureden versuchen, die südliche Region der iberischen Halbinsel, sondern brachte Leid, Unterdrückung und Verfolgung. (Karenga, 97)

Haben wir je vom Königreich Mali gehört, das seine Wurzeln in Kangaba hatte, einem kleinen Staat innerhalb des Königreiches Ghana? Zu seiner Hauptblütezeit reichten seine Grenzen von Südalgerien bis Nordnigeria, im Westen bis an die Küste. Der berühmteste Herrscher war König Musa, der von 1312 bis 1337 n. Chr. regierte. Von seiner Pilgerreise nach Mekka im Jahre 1324 wird berichtet, dass er mit 60 000 Leuten und 90 Kamelen reiste. Sein Weg führte ihn auf der Hin- wie auf der Rückreise über Kairo. Der Sultan von Kairo beherbergte seinen hohen Gast in einem seiner Paläste. König Musa beschenkte seinen Gastgeber und ganz Kairo mit so viel Gold, dass die Stadt danach zwölf Jahre brauchte, bis sich der Goldpreis wieder erholte. Auf der Rückreise brachte Mansa Musa viele Wissenschaftler, Architekten und Künstler mit nach Hause. Kurze Zeit vor der ersten deutschen Universität in Prag entstand die Universität Sankore in Timbuktu am Oberlauf des Nigers. Sogar Karl V von Frankreich ließ 1375 einen Atlas zeichnen, in dem König Musa auf dem Gebiet Westafrikas in königlicher Kleidung auf einem Thron sitzend mit Krone, Zepter und Goldstücken in der Hand abgebildet war. (Karenga, 92) Bereits zu dieser Zeit begannen europäische Könige Goldmünzen zu prägen, obwohl Europa kaum Goldvorkommen besaß. Gold aus Mali wurde zum höchst begehrten Rohmaterial.

Was haben wir von dem großen sudanesischen Kulturreich Songhay gehört, das in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts Mali besiegte? Es dehnte sich weit über dessen Grenzen aus und pflegte Kontakte mit der arabischen Halbinsel und Europa. Sein König Askia Muhammad versöhnte alle von seinem Vater unterworfenen und eingemeindeten Völker. Für ihn war Vielfalt der Kulturen und deren freie Ausübung unabdingbarer Bestandteil einer guten Regierung. Er legte mehr Gewicht auf Lernen und ehrliche Frömmigkeit denn auf Tradition. Jeder intelligente und gut qualifizierte Bürger konnte unabhängig von seiner Herkunft hohe Regierungsämter bekleiden. Askia Muhammad führte damit einen hoch professionellen Beamtendienst ein. Das Reich wurde in Provinzen unterteilt. Alle Führer dieser Provinzen waren in einem organisierten Regierungsstil ausgebildet, d, h, unkorrupt und effizient. Er stellte dadurch nicht nur die nötige innere Sicherheit für den Handel her, der folglich den Reichtum des Landes gewährleistete. Askia Muhammad brachte auf diese Weise auch die Künste und Kultur zu einer Blüte, die alles, bis dahin in den sudanesischen Ländern bekannte, übertraf. Timbuktu war die Stadt der Wissenschaften und das erste Zentrum westafrikanischer Literatur. 1796 berichtete noch der schottische Arzt und Afrikaforscher Mungo Park vom Anblick der Stadt Segu am Ufer des Nigers von vielen Kanus auf dem Wasser, von kultiviertem Land ringsum, von einer Zivilisation und einer Großartigkeit, die er hier im Herzen Afrikas nie erwartet hätte. (Koslow, Songhay)

Ist uns bewusst, dass die Städte Afrikas ebenso alt sind wie die Europas? Wir brauchen hier nicht über Memphis, Axum, Alexandria, Tripoli, Lixus und Karthago sprechen, sondern nehmen wir Timbuktu (etwa 850 Jahre alt), Benin City (etwa 1000 Jahre alt), Kano (etwa 750 Jahre alt und Katsina (etwa 800 Jahre alt) zum Vergleich mit München (etwa 850 Jahre alt), Berlin (etwa 700 Jahre alt) oder Düsseldorf (etwa 700 Jahre alt).

All diese Fakten gegeben, wie kommen wir auf die Idee, dass Afrika unkultiviert und unzivilisiert war, bis wir Europäer die dortigen Länder und Völker befreiten und gnädigerweise kolonialisierten? Wie musste die Propaganda auf europäischem Boden lauten, um den europäischen Bürger einzulullen und Akzeptanz zu schaffen für die geplante Ausbeutung und Plünderung Afrikas? Wie beeinflusst auch heute noch diese Propaganda unsere gegenwärtige Vorstellung von Afrika und seinen Bewohnern? Ist das Ende der Kolonialzeit wirklich Geschichte? Sind wir uns bewusst, dass die Unabhängigkeit der afrikanischen Länder erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann? Und sind diese Länder wirklich unabhängig? Ist die Ausbeutung wirklich zu Ende? Wer gab und gibt wem Entwicklungshilfe?

Wir sprechen von der Verschuldung der sich entwickelnden Länder. Wann beginnen wir von der Verschuldung der Industrienationen zu sprechen? Ist diese Schuld wirklich verjährt oder nimmt sie nicht doch beständig, von uns wohl verdrängt, zu? Kann es also von unserer Seite aus EntwicklungsHILFE geben?

Wir sollten unser Bewußtsein wecken, dass, ohne unser eigenes Licht unter den Scheffel zu stellen, unser Wohlstand und unser Wohlergehen auf der Armut und der Misere in sich entwickelnden Länder aufgebaut sind. Die sich entwickelnden Länder brauchen kein Mitleid sondern echte, verantwortungsbewußte Solidarität für den Aufbau ihrer Strukturen. Sie brauchen keine Übertragung unserer Wertvorstellungen und Ideale, die sich ja bereits durch unsere eigenen gegenwärtigen Probleme entwertet haben. Wir müssen Bescheidenheit und Respekt vor dem Anderen lernen. Vielleicht kann geistige Entwicklungshilfe aus unterentwickelten Ländern uns den Weg in eine bessere Welt zeigen?

Immer wieder werde ich von Afrikanern gefragt, wie ich die Lage einschätze, und ob ich Europa für nachdenkfähig halte. Ich weiß es nicht. Tatsache ist aber, dass relativ wenig den Fakten gerecht werdende Aufklärung betrieben wird. Bis heute übt sich die Presse der Verkaufsquoten willen oder unter politischem Druck mehr in gezielter Desinformation. Dennoch halte ich Beweise ehrlicher Betroffenheit und herzlicher Solidarität in meinen Händen: Briefe von Kindern, mit denen ich in Schulen gesprochen habe. Kinder und Jugendliche sind bei uns durchaus mutig genug, Wahrheiten zu erkennen und sich zu überlegen, was nun?

So steht die >entwicklungshilfe-westafrika.de< auf zwei Beinen. Die Öffentlichkeitsarbeit in den Industrienationen nimmt immer mehr Raum ein, aber es ist durchaus auch wichtig, einen Kanal zu pflegen, der den Fluß der Solidarität sichtbar macht. Ich bin stolz auf meine Freunde und Mitarbeiter in der entwickelten Welt, die sich bewußt hinter mich stellen und jährlich an Zahl zunehmen. Dies ist meine Hoffnung für ein ehrliches Zusammenwachsen unserer Welt.

Ich setze dabei ganz bewußt auf den Bau von Schulen. Auch wenn der Ausspruch uns etwas anrüchig anmuten mag, wissen wir für uns selbst sehr wohl, dass Wissen Macht bedeutet. Aus diesem Grund üben alle Regierungen in der Vergangenheit wie in der Gegenwart immer gerne Kontrolle auf das Erziehungswesen aus. Daraus folgt auch logischerweise die Umkehrung, dass das Erziehungswesen ein Spiegel unserer Regierungen sind.

Bei der Arbeit auf afrikanischem Boden, ist es uns wichtig, nicht als Herrenrasse und Besserwisser aufzutreten. Die Gemeinden planen ihre Projekte selbst. Die Dörfer stellen alles, was sie haben, für die Schulbauten zur Verfügung. Der Grund und Boden wird von den Gemeinden gestellt, ebenso Materialien wie Sand , Kies, Wasser oder Holz falls vorhanden. Ich bezahle für jeden Arbeitsgang nur einen afrikanischen Spezialisten, der die Jugendlichen der Dörfer beim Bau gleichzeitig eine Schnupperlehre machen läßt. Alle andere Arbeitskraft geben die Dorfbewohner als ihren Spendenanteil kostenfrei dazu. Durch diese Zusammenarbeit stehen die Geldspender in den nördlichen Regionen und die Dorfgemeinden afrikanischer Länder auf der gleichen Ebene. Die Schulen sind keine Geschenke der Reichen an die Armen. Sie sind vielmehr von Anfang an Eigentum der Dorfgemeinden, ein Umstand, der die Dörfer Afrikas von jeglicher Dankespflicht entbindet.

Wir benutzen nach Möglichkeit ortsgebundene Materialien und importieren, wenn nötig, Baumaterial aus anderen afrikanischen Ländern. Damit versuche ich zu verhindern, dass gut gemeinte Geldspenden für Afrika wieder nach Europa zurückfließen und erneut versteckt Entwicklungshilfe für unsere eigenen Industrien sicherstellen.

Ich halte auch nicht viel von einem Verweilen in einem Projekt, da damit die Gemeinden wieder zur Abhängigkeit erzogen werden. Vielmehr sehe ich mich als einen Katalysator, der einen bereits begonnenen Prozeß nur beschleunigt und nach Ablauf des Geschehens wieder woanders eingesetzt werden kann.

Die >entwicklungshilfe-westafrika.de< ist keine eingetragene Organisation sondern nur eine Privatinitiative. Ich wollte den Beweis liefern, dass auch Einzelpersonen etwas bewegen können, und damit all denen einen Ansporn geben, die aus Furcht und Zweifel zögern, aktiv zu werden.

Quod erat demonstrandum!

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Bücherliste zum Weiterlesen


Christine Flon (ed.), “The World Atlas of Architecture”Chancellor Press, LondonISBN 0-75370-065-4

Kwame Anthony Appiah, Henry Loius Gates Jr.,“Africana : The Encyclopedia of the African and African American Experience”, First Ed. Basic Civitas Books, New York.ISBN 0-465-00071-1

J. D. Fage, “A History of Africa”, Zweite Ausgabe
Century Hutchinson Ltd,.London
ISBN 0-09-182308-0

Maulana Karenga, “Introduction to Black Studies”, Second Edition.
The University of Sankore Press, Los Angeles, California
ISBN 0-943412-16-1

Roland Oliver, “The African Experience”, Icon Editions
HarperCollins Publishers, Inc., New York
ISBN 0-06-430218-0

Na’im Akbar, “Light from Ancient Africa” Erste Ausgabe
Mind Productions & Associates, Inc., Tallahassee, FL
ISBN 0-935257-02-0

Malcolm X, “Malcolm X on Afro-American History”, Neue Ausgabe
Pathfinder Press, New york.
ISBN 0-87348-592-0

Matthias A. Ogutu, Simon S. Kenyanchui, “Introduction to African History”
Nairobi University Press
ISBN 9966-846-15-8

Philip Koslow, “The kingdoms of Africa“ Serie, Chelsea House Publishers
- Ancient Ghana (The land of gold) ISBN 0-7910-2940-17
- Mali (Crossroads of Africa) ISBN 0-7910-3127-6
- Songhay (The empire builders) ISBN 0-7910-3128-4
- Kanem-Borno (1000 years of splendor) ISBN 0-7910-2944-1
- Yorubaland (The flowering of genius) ISBN 0-7910-3132-2
- Hausaland (The fortress kingdoms) ISBN 0-7910-2945-X
- Benin (Lords of the river) ISBN 0-7910-3133-0
- Senegambia (Land of the lion) ISBN 0-7910-3135-7
- Dahomey (The warrior kings) ISBN 0-7910-3137-3
- Asante (The gold coast) ISBN 0-7910-3139-X
- Lords of the Savanna ( The Bambara, Fulani, Mossi, Nupe, and Wolof)
ISBN 0-7910-3140-1
- Building of a new World (Africans in America) ISBN 0-7910-3143-8

(Aus: „Wechselwirkung & Zukünfte“, Nr, 117/Jg. 24, September/ Oktober 2002, S. 55ff.)


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