Diese Seite drucken

Öffentliche Grundschule von Tchiweten Ciminti (Niger)

Öffentliche Grundschule von Tchiweten Ciminti, Gemeinde von Tenhya, Departement Tanout, Region Zinder, Republik Niger


Tchiweten Ciminti ist ein Zusammenschluß von zehn Siedlungen von Viehzüchtern, die zur Gemeinde von Tenhya gehören. In diesen zehn Siedlungen leben ungefähr 850 Leute, darunter etwa 200 Kinder im schulpflichtigen Alter. In der Gemeinde von Tenhya sind 75 Völker in 130 Siedlungen zuhause, die ausschließlich von der Viehzucht leben. Die Einwohnerzahl wird auf 35.200 geschätzt. Tchiweten Ciminti ist ungefähr 70 km von der Stadt Tenya, 150 km von der Stadt Tanout und 500 km von der nigerianischen Grenze entfernt.

Vor etwa 30 Jahren begann die Regierung von Niger, Kinder aus den Siedlungen der Viehzüchter zwangsweise in die Schulen zu intergrieren. Da es in der Nähe der Siedlungen keine Schulen gab, bedeutete das, dass die Kinder aus den Siedlungen in die Städte geholt wurden. Viele dieser “Kinder” haben heute gute Arbeitsplätze. Der Erfolg dieser Kinder erweckte in den Viehzüchtern den Wunsch, dass ihre Kinder die Schule besuchen sollten. Sie schickten folglich ihre Kinder in die Stadt, wo sie aber zum großen Teil unbeaufsichtigt waren und in falsche Kreise kamen. Enttäuscht holten die Eltern ihre Kinder zurück, doch der Schaden war nicht mehr gut zu machen. Aus dieser Erfahrung entstand der Wunsch in den Sindlungen, dass eine Schule direkt in ihrer Nähe entstehen sollte. Damit könnten die Kinder die Schule besuchen, von den Familien beaufsichtigt werden und die Kinder könnten gleichzeitig den Eltern in ihrer Freizeit zur Hand gehen.
Die Regierung von Niger hat sich diese sehr wichtige Bitte der Siedlungsbewohner zu Herzen genommen und in kürzester Zeit nach der Antragstellung im Jahr 2014 die Gründung der Schule bewilligt. Sie hat auch sofort 2 Lehrer an die Schule entsandt. Einer der Lehrer ist für den Unterricht in französischer Sprache, der andere für den Unterricht in arabischer Sprache zuständig. Im Jahr 2017 soll ein weiterer Lehrer von der Regierung nach Tchiweten Ciminti entsandt werden.

Mit der Gründung dieser Schule direkt im Herzen der Siedlungsgemeinden soll auch der schwellende Konflikt zwischen der Regierung der Republik Niger und den Viehzüchtern gemindert werden. Vielleich trägt dieses Beispiel dazu bei, dass der Konflikt im Laufe der Zeit beigelegt wird.

Die Siedlungsbewohner haben einen Unterstand aus Holz und Matten gebaut und ihn mit zwei einfachen Stühlen und einen Tisch für die Lehrer versehen. Die Kinder sitzen auf Matten aus Plastik. Die Eltern haben des weiteren ein Haus für die Lehrer aus lokalem Material gebaut und den Lehrern ein Motorrad zur Verfügung gestellt, damit die Lehrer den Kontakt zur Schulaufsichtsbehörde in Tanout halten können.

Im Schuljahr 2016 / 2017 besuchen 46 Kinder, davon 25 Mädchen, diese notdürftige Schule. Die Eltern sorgen sich um die Kinder, da der Unterstand die Kinder weder vor Hitze noch vor Regen oder Kälte schützt. Ein Schulgebäude aus festem Material mit drei Klassenräumen und einem Büro für den Direktor ist der große Wunsch der Sieglungsgemeinde.
 

IMG_6527

 
 

IMG_6529

 
 

IMG_6531

 

1. Arbeitsbericht
(20. Februar 2017)


zum Bau von einem Gebäude mit 3 Klassenräumen und Büro
für die öffentliche Grundschule von Tchiweten Ciminti
Gemeinde von Tenhya, Departement Tanout, Region Zinder
Republik Niger
Einige Bilder von der Baustelle in Tchiweten. Bericht von Alhassane YOUNFA.
 

001

 
Der 15 Tonnenlaster transportiert die Baumaterialien nach Tchiweten (Zement, Eisen, Verschalbretter, usw).

Der Toyota Hilux 4X4 wurde von mir (Herrn Alhassane YOUNFA) dem Bautrupp zur Verfügung gestellt, um die Fahrten zwischen der Baustelle und Tanout zu erleichtern. Er ist den Bedingungen in einem sandigen Gebiet gut angepaßt.
.
 

002

 
Der Fahrer des Lasters ist erschöpft. Er hat unsere Ladung in Zinder geladen. Wir mußten eine Übernachtungspause unter einem klaren Sternenhimmel machen

Am Morgen haben einige ein Feuer gemacht, um sich zu erwärmen.

Wir sind sehr weit weg von Cotonou.
.
 

003

 
Das ist das Wohnhaus auf der Baustelle, das die Leute von Tchiweten dem Bauteam zur Verfügung gestellt haben : Die grüne Villa !
Zu dieser Zeit ist es hier sehr kalt, aber im Zelt ist es einigermaßen erträglich. So lebt man als Nomade.
Die Baumaterialien sind rings um das Zelt aufbewahrt.
.
 

004

 
Es werden Bausteine hergestellt. Es ist der 2. Tag seit Baubeginn.

Die Bevölkerung von Tchiweten versorgt die Baustelle mit Wasser.
.
 

005

 
Hier werden die Eisenbewehrungen gemacht. Die Eisenbieger haben sich wegen des Windes und der Kälte vermumt. Mit der Zeit gewöhnen sie sich an das Klima.
.
 

006

 
Die Baumaterialien sind rings um das Zelt gelagert.

Die Leute von Tchweten sind eifrig dabei, die Fundamentgräben auszuheben.
.
 

007

 
Hier wird Wasser aus dem 65m tiefen Brunnen gezogen.

In den Brunnen gibt es viel Wasser. Die Kamele sind noch im Norden auf Wanderschaft. Das ist der Vorteil, dass wir früh im Jahr mit dem Bau begonnen haben. Die Tiere sind noch nicht vor Ort und müssen noch nicht getränkt werden.
.
 

008

 
Nach dem Wasserziehen wird das Wasser in Kanister gefüllt, die dann mit dem Eselwagen zur Baustelle gebracht werden.
.
 

009

 
Die Schüler vor ihrerer Schulhütte haben vom Verein « Ecole de Solidarité » T-shirts und Schultaschen bekommen.

In der Mitte und rechts außen stehen die beiden Lehrer der Schule.
.
 

010
Die Mädchen der Schule

 
 

011
Die Jungen der Schule

 
 

012

 
Die Fundamentmauern sind an manchen Stellen schon bis zum unteren Eisenanker gediehen. 10. Tag seit Baubeginn.
.
 

013
Die Fundamentgräben sind sehr tief. Gerade richtig für den sandigen Untergrund.

 
 

014

 
10. Arbeitstag

Das sieht sehr gut aus.

Alle sind mit voller Energie im Einsatz : Arbeiter und Bevölkerung.

Die Bevölkerung sieht, wie ihr Traum zur Wirklichkeit wird.
.
 

015

 
Ein Schulkompex entsteht mitten in der Wüste.

Es ist eine Bereitschaft zu einer großen Solidarität, die eine solche Aktion in einer Umgebung möglich macht, die vom Rest der Welt vergessen ist.

Es ist einfach großartig!!!!!!


Gott möge allen helfen, die anderen zur Seite stehen!!!!!!!!!

Bilder aus dem privaten Blickwinkel

 

2-001

 
Ankunft in Zinder am Busbahnhof
.
 

2-002

 
Gemütliches Beisammensein! Es ist kalt im Freien, doch mit 14 Leuten heizt sich die “grüne Villa” genug auf, dass man schlafen kann.
.
 

2-003

 
Am anderen Ende des Zeltes ist das Gepäck untergebracht.
.
 

2-004

 
Die Küche ist ordentlich eingerichtet und vor Wind geschützt.
.
 

2-005

 
Nachdem das alltägliche Leben gesichert ist, kann mit der Arbeit begonnen werden.
.

3. Arbeitsbericht Teil 1
(30. Mai 2017)


zum Bau eines neuen Schulgebäudes
für die öffentliche Grundschule von Tchiweten Ciminti, Niger
 

19 Der untere Eisenanker ist fertig gegossen und die Klassenräume sind bereits mit Sand aufgefüllt

 
Das Fundament ist fertig gemauert und auch schon mit Sand gefüllt.
.
 

21 und wird entladen

 
Zement wird entladen.
.
 

25 Haruck! Die Bausteine sind  schwer

 
Der Lastwagenfahrer, der unsere Materialien transportiert, packt auf der Baustelle mit an.
.
 

30 Die Türen wurden bereits eingesetzt

 
Der obere Eisenanker wurde gegossen und die Türen wurden schon eingesetzt.
.
 

33 Die Teile für den Dachstuhl aus Metal liegen bereit

 
Die Metallverstrebungen liegen für den Dachstuhl bereit.
.
 

35 Die Giebel werden  aufgemauert

 
Die Giebel werden aufgesetzt.
.
 

38 Der Dachstuhl wird gemacht

 
Der Dachstuhl wird gemacht.
.
 

47 Ein imposantes Schulgebäude im Wüstenwind

 
Ein Schulgebäude im Wüstenwind.
.
 

52 Das Gebaeude sieht schon richtig  schoen aus

 
Die Maler sind bereits bei der Arbeit.
.
 

53 Unser fleissiges Team

 
Unser fleissiges Bauteam vor seinem Werk.
.
 

54 Die Tűren und Fensterläden sind fertig angemalt

 
Die Türen und Fensterläden sind angemalt.
.
 

60 Der Grafiker ist fleißig

 
Der Grafiker ist bereits mitten in seiner Arbeit.
.
 

63 Ein Klassenraum im inneren mit Schrank fűr die Schulmaterialien

 
Ansicht von einem Klassenraum mit Schrank für das Lehrmaterial.
.
 

64

 
Der Grafiker macht seine Arbeit ganz genau.
.
 

65 Grűne Villa mit Dusche und das Schulgebäude im Hintergrund

 
Das Schulgebäude im Hintergrund, die “Grüne Villa” links davor und rechts die Duschen.
.
 

66 Schlűsselűbergabe

 
Simplice Kounouvi übergibt dem Siedlungschef die Schlüssel zu den neuen Klassenräumen.
.
 

74 Die Bevölkerung von Tchiweten ergreift Besitz von ihrem neuen Schulgebäude

 
Die Bevölkerung von Tchiweten nimmt Besitz von dem neuen Schulgebäude.
.

3. Arbeitsbericht Teil 2
(30. Mai 2017)


zum Bau der Toiletten
für die öffentliche Grundschule von Tchiweten Ciminti
 

28 Die Toilettengruben werden  ausgehoben

 
Unsere Leute heben die Toilettengrube aus, da die Viehzüchter von Tchiweten nichts mit Schaufeln und Hacken anfangen können.
.
 

32 Auch in der Toilettengrube wurde  fleissig gearbeitet

 
Die Toilettengruben werden ausgemauert.
.
 

36 Auch in der Toilette wird ein  Eisenanker gelegt

 
Ein Zwischenanker wird vorbereitet.
.
 

41 Für die Toiletten wird der obere Eisenanker angelegt

 
Die Mauern der Toilettengrube haben die Oberfläche erreicht. Der obere Eisenanker ist zum Guß bereit.
.
 

43 Die beiden Toilettenhäuschen werden gemacht

 
Die Toilettenhäuschen werden aufgemauert.
.
 

46 Die beiden Toilettenblöcke in der  Űbersicht

 
Die Dächer werden gemacht.
.
 

55 Zwei Toilettenhäuschen in der Wűste

 
Zwei Toilettenhäuschen in der Wüste.
.

3. Arbeitsbericht Teil 3
(30. Mai 2017)


zum Bau eines Lagerhauses
für die öffentliche Grundschule von Tchiweten Ciminti

 

27 Hier entsteht das kleine  Haus

 
Die Fundamentgraeben für das Lagerhaus sind ausgehoben.
.
 

31 Das kleine Haus ist schon weit  gediehen

 
Die Wände sind schon hoch gewachsen.
.
 

34 Der obere Eisenanker für das kleine Haus wird vorbereitet

 
Die Eiseneinlage für den oberen Eisenanker ist vorbereitet.
.
 

39 Das kleine Haus wartet auch auf  sein Dach

 
Das Haus wartet auf sein Dach.
.
 

40 Hier sieht der Dachstuhl  einfacher aus

 
Die Dachkonstruktion für das kleine Haus ist einfach.
.
 

42 Das Dach für das kleien Häuschen ist gedeckt

 
Das Dach ist gedeckt.
.
 

48 Auch das kleine Gebäude hat Türen und Fensterläden bekommen

 
Die Türen und Fensterläden wurden eingesetzt.
.
 

61 Das Haus fűr die Lehrer ist gleich neben dem Schulgebäude

 
Das kleine Haus ist gleich neben dem Schulgebäude.
.

Tagebuch
(23. Januar - 27. April 2017)


zum Bau eines Gebäudes mit 3 Klassenräumen, Büro und Lagerraum
und Toiletten
für die öffentliche Grundschule von Tchiweten
Gemeinde von Tenhya
Republik Niger
23. Januar 2017

Beginn der tatsächlichen Vorbereitungen für unsere Reise nach Tchiweten. Ich bin an diesem Tag zum Impfzentrum gegangen, um mich gegen Gelbfieber impfen zu lassen. Nach der eigenen Impfung habe ich einen Termin für die anderen Mitreisenden unseres Bauteams für den nächsten Tag abgemacht.

24. Januar 2017

Ich habe meine Mitstreiter zum Impfzentrum begleitet. Die Impfungen waren schon vorbereitet. Aber leider konnten wir keine Tetanusimpfung bekommen. 10 Leute von unserm Team wurden geimpft. Die restlichen 3 Mitarbeiter, 2 Zimmerleute für die Verschalungen und 1 Eisenbieger, haben einen Termin für den folgenden Tag, den 25. Januar, bekommen.

25. Januar 2017

Die restlichen 3 Mitarbeiter wurden geimpft. Wir haben auch die Buskarten für unsere Reise gekauft. Danach haben wir uns zu einer Besprechung getroffen, um die Orgenisation der Arbeit vor Ort auf unsere Baustelle zu diskutiren. Ohne zu wissen, was auf sie wartet, sind einige unseres Teams mehr als ungeduldig schnell abzureisen.

28. Januar 2017

Gleichgültig wie lange einem die Nacht erscheinen mag, der Tag bricht schließlich doch an. Der Tag unserer Abreise war da. Am Sitz unsere Vereins haben wir eine letzte Versammlung zur Vorbereitung unserer Reise und Arbeit abgehalten. Die Gründerin des Vereins, der erste und zweite Vorsitzende und der Kassenwart waren anwesend. Frau Toda hat Ratschläge zu gutem Benehmen und einem Gemeinschaftsleben im besonderen im Hinblick auf ein Leben mit einer islamischen Gemeinde erteilt. Mit diesen Tipps im Gepäck konnten wir uns mit ruhigem Herzen auf die Reise machen.

29. Januar 2017

Sehr spät in der Nacht oder sehr früh am Morgen, um 1 Uhr nachts, haben wir alle unsere Familien verlassen für eine Reise mit bereits bekanntem Ziel für wenige, doch völlig unbekannt für die meisten von uns. Für viele war es eine Reise ohne Kenntnis über das Ziel, wo wir irgenwann landen würden. Einige hatten in der Vorstellung, dass sie an Sonntagen im vollen Staat spazieren gehen könnten, ihre schönsten Schuhe und Hemden eingepackt. Ich habe vorhin gesagt, dass wir unsere Familien zurückgelassen haben. Ich erinnere mich an meine Frau, wie sie mit Tränen gefüllten Augen auf der Schwelle unseres Hauses stand und ihren besten Freund, ihren Vertrauten und Schutz bei eventuellen Problemen in den Bus der “Ecole de Solidarité” einsteigen sah, um von Cotonou aus nach Niger (ungefähr 2.500 km entfernt) abzureisen. Auch mir war das Herz schwer, als ich meine Familie verließ. Das ist meine erste große Trennung von meiner Familie. Meine kleine Tochter schlief tief und fest. Aber ich habe meinen ganzen Mut mit beiden Händen angepackt, um nicht meine Mitstreiter zu entmutigen.

Um 3 Uhr sind wir von Cotonou abgefahren. In Parakou haben wir Herrn Younfa getroffen. Damit war unser Team vollständig. Etwa um 16 Uhr waren wir in Malanville. Hier an der Grenze zu Niger haben wir unsere erste Schwierigkeit dieser Reise zu bewältigen gehabt. Wir hatten vergessen, einen Ausführungsauftrag von unserem Verein mitzunehmen. Ohne diesen Auftrag und trotz aller Erklärungen, konnten wir nicht die Grenze überschreiten. Zum Glück gab es ein funktionierendes Internet, über das wir das Büro unseres Vereins kontaktieren konnten. Der Kassenwart und Frau Toda waren unsere Rettung an diesem Tag. In Eile wurde im Bűro eine solche Anweisung geschrieben und versendet. Da der Ausführungsauftrag nich auf Papier sonder digital vorlag, mussten wir mit etwas geld nachhelfen, um über die Grenze zu kommen. Auch bei späteren Kontrollen mussten wir nachhelfen, da einige unserer Mitarbeiter keinen Personalausweis besassen. Gegen 1 Uhr nachts trafen wir in Dosso ein, der ersten Stadt auf nigrischem Gebiet. Hier wurden wir zum ersten Mal mit den klimatischen Unterschieden konfrontiert. Eine entsetzliche Kälte ist in unser Glieder gekrochen. Um uns ein wenig zu wärmen, haben wir wie die Sardinen an einander gekuschelt geschlafen. Trotzdem haben wir vor Kälte gezittert. “Hallo Niger!!!” für uns alle. Unser Aufrag hat hiermit Gestalt angenommen.

30. Januar 2017

Nach dieser ersten eisigen Nacht haben wir uns gegen 7 Uhr wieder auf den Weg gemacht. Wir haben eine Busfahrt von Dosso direkt nach Zinder gebucht. Herr Younfa mußte die Fahrt in Maradi unterbrechen. Wir sind alle kurz in Maradi ausgestiegen, um unsere Glieder zu strecken. Als wir wieder einsteigen wollten, waren unsere Plätze besetzt. Da ich nicht wollte, dass unsere Gruppe zerrissen unterwegs sein würde, habe ich den Chef der Busgesellschaft gebeten, all unser Gepäck abzuladen. Der nächste Bus ging dann um 21 Uhr von Maradi ab. In der Nacht um 3 Uhr waren wir schließlich in Zinder.

31.Januar 2017

Je weiter wir ins Innere des Kontinent fahren, um so heftiger wird die Kälte, die uns begegnet. In Zinder habe ich bemerkt, dass der Mut meiner Mitstreiter um einige Grade gesunken war. Die Probleme, die uns begegnet sind, sind folgende:
• Die Kälte
• Die Nahrung (zu viel Fleisch)
• Der Diebstahl von 5 Handies
Wie in Benin haben einige von uns ihr Handy zum Aufladen gegeben und sich inzwischen angeregt unterhalten. Als sie sich umdrehten, waren die Handies verschwunden. Dabei haben wir festgestellt, wie sicher wir doch in Benin leben. Die Reise hatte damit eine scharfe Richtungsänderung erfahren. Um mir nicht zu zeigen, wie entmutigt sie sind, haben mir meine Mitstreiter immer wieder versichert, dass wir doch zusammen wären. Doch zu gut habe ich die erzwungene Fröhlichkeit durchschaut.

Wir haben zwei Tage bei entsetzlicher Kälte an der Bushaltestelle von Zinder verbracht. Entsetzlich für uns, die wir nicht an dieses Klima gewöhnt sind. Um uns aufzumuntern haben wir gescherzt, gelacht und viele Fotos und Videos gemacht. Am ersten Vormittag habe ich den Direktor für Sekundarschulausbildung der Region von Zinder (DRES) getroffen, eine sehr sympatische und offene Person. Am Abend lud er mich und Herrn Younfa zum Abendessen ein. Die anderen haben in einem Restaurant in der Nähe des Busbahnhofs gegessen. Für die Nacht wurde ich in einem Gästezimmer im Rathaus untergebracht, ein Zimmer angenehm warm, wo ich mich wunderbar duschen und schlafen konnte. Ich mußte aber immer an meine Freunde denken. Trotz der Bequemlichkeit, hätte ich lieber die Nacht mit ihnen verbracht, weil wir zusammen viel lachen und uns an unsere Frauen erinnern besonders bei dieser Kälte. Wir dachten in dieser Zeit an unsere Familien als ob wir gleich bei ihnen wären und wie wir mit unseren Frauen schwerzen würden. Wir erzählten uns Geschichten, um den Stress der Reise zu vergessen.

1. Februar 2017

Früh am Morgen habe ich mich noch einmal geduscht und bin dann zum Büro des DRES gegangen. Gemeinsam mit ihm sind wir zum Büro des Gouverneur von Zinder gegangen. Ohne einen Termin bei ihm zu haben, hat er uns sofort freundlich empfangen. Er zeigte sich sehr angetan von dem Projekt und freute sich uns zu sehen. Anschließend haben wir den Direktor für Grundschulausbildung der Region von Zinder besucht (DERP). Er war nicht in seinem Büro. Ich hatte ihn jedoch bei meinem ersten Besuch in Zinder im Mai 2016 über unser Projekt informiert. Nachdem all diese Formalitäten beendet waren, haben wir Laster gesucht und mit den Fahrern oder Besitzern die Preise für Transportfahrten mit Sand, Kies und anderen Baumaterialien nach Tchiweten ausgehandelt. Anschließend habe ich ein Konto bei der Bank of Africa in Zinder eröffnet und den Kassenwart unseres Vereins gebeten, uns auf dieses Kontto sowie über “al izza” das erste Geld zu überweisen, damit wir die ersten Einkäufe für den Schulbau tätigen könnten. Wir haben unsere Abreise nach Tanout für den folgenden Vormittag vorbereitet. Auch unsere Lebensmitteleinkäufe waren getan und alles lag bereit.

2. Februar 2017

Wir haben am Vormittag die letzten Vorbereitungen getroffen, um für die Abfahrt bereit zu sein. Das Verladen der Baumaterialien und die Verhandlungen haben den ganzen Tag in Anspruch genommen. Erst um 19 Uhr verließen wir Zinder. Nach etwa 20 km hatte der Pick-up von Herrn Alhassane eine Panne. Die Stunden bis um Mitternacht die Reparatur gelungen war, blieben wir in der Kälte auf der Straße. So haben wir uns auf ein Neues auf den Weg gemacht. Gegen 2 Uhr nachts ist ein Reifen geplatzt. Die Kälte war unerträglich. Alle waren zermürbt und keiner hatte mehr Lust zu erzählen. Jeder versuchte irgendetwas zu tun, um die Panne zu beheben und den Reifen wieder anzuschrauben. In diesem Zustand der Verzweiflung sind wir endlich um 7 Uhr morgens in Tanout angekommen.

3. Februar 2017

Sobald wir in Tanout eingetroffen waren, versuchten wir für eine Stunde Schlaf zu finden. Ich habe mich gewaschen und bin dann mit Herrn Alhassane in die Stadt gegangen. Als erstes sind wir zum Bürgermeister von Tenhya gegangen. Er war bereits über unser Projekt informiert und wartete auf uns. Er hat sogar ein kleines Haus für uns vorbereiten lassen, wo wir uns alle ausruhen konnten. Er hat uns mit zwei Beratern empfangen, die gerade bei ihm waren. Nachdem wir das Projekt und unsere Reiseschwierigkeiten beschrieben hatten, nahm er uns mit zum Päfekten von Tanout. Wir haben ihm das Projekt und den Antrag beschrieben. Auch der Schulrat für Frankophonie und Arabisch war anwesend. Er war gerade in sein Amt eingewiesen worden und wollte alles über das Projekt wissen. Nach dieser Audienz haben wir noch den Generalsekretär und den Architekten der Gemeinde getroffen. Nach diesen Amtsgängen haben wir in der Stadt Schlosser gesucht, um bereits die Türen und Fensterläden in Auftrag zu geben. Da die Transportwege weit sind, haben wir uns gut organisiert, um unnütze Kosten zu vermeiden und sicher zu stellen, dass das Projekt in einem guten Zeitrahmen abgewickelt wird. Als ich in unser kleines Haus zurückkehrte, war ich überrascht, als ich meine Freunde bereits um ein Kochfeuer versammelt sah, über dem ein Topf stand. Sie waren dabei, Reis zu kochen. Sie glaubten, dass Tanout das Ziel ihrer Reise für das Projekt sei. Vorsichtig versuchte ich ihnen zu erklären, dass wir noch an diesem Abend weitere 150km über Wüste unterwegs sein würden. Beim Anblick ihrer Gesichter füllte sich mein Herz mit Mitleid für sie. Wenn es auch nur mit 1% Wahrscheinlichkeit eine Möglichkeit gegeben hätte, nach Hause zu fahren, ich wäre allein in Tanout zurückgeblieben. Um sie aufzumuntern, habe ich für jeden eine Flasche Limonade gekauft. Wir haben Limonaden, Reis Fleisch und Brot vor unserer Abfahrt um 16 Uhr gegessen. Um den Laster zu begleiten, haben wir uns mit 20 km/Stunden fortbewegt. Eine höhere Geschwindigkeit war wegen des Sandes nicht möglich. Es war uns kalt und wir waren voller Staub. Etwa um 1 Uhr nachts und auf halbem Weg nach Tchiweten blieb der Laster im Sand stecken. Alle unsere Versuche, ihn auszugraben, blieben erfolglos. Wir waren auch viel zu erschöpft und nicht wirklich motiviert. Wir haben ein Lagerfeuer gemacht, um uns ein wenig zu wärmen. So haben wir die Nacht im Freien unter einem wunderbaren Sternenhimmel verbracht. Ich kann die Kälte, die wir hier überlebt haben nicht beschreiben. Sie ist überhaupt nicht mit der Kälte zu vergleichen, die wir in Tanout, Zinder oder Dosso erlebt haben.

4. Februar 2017

Dennoch hat uns der Schlaf gestärkt und früh am Morgen haben wir es geschafft, den Laster frei zu bekommen. Wir haben uns dann gleich auf den Weg gemacht, der eigentlich gar nicht sichtbar war und nur durch die Erfahrung der Nigrer entdeckt werden konnte. Um 14 Uhr waren wir in Tchweten, nun wirklich die Endstation unserer Reise. Nach einer kurzen Verschnaufpause, haben wir den Bauplatz besichtigt und die ausgemessen, wo das Gebäude stehen solle. Meine Freunde wollten keine Zeit verlieren. All ihr Denken war auf die Rückreise gerichtet. Wir haben Zement und alle Baumaterialien entladen. Der Siedlungschef hat uns ein riesiges Schaf als Willkommensgruß geschenkt. Kurze Zeit später kam sein Stellvertreter und hat uns noch einmal ein Schaf übergeben. Zwei riesige Schafe an einem Tag!! Tchiweten zeigt sich trotz der Kälte von seiner freundlichen Seite.

Diesen Abend haben wir ein Schaf geschlachtet, um unseren Sieg über die lange Reise von Cotonou nach Tchiweten zu feiern. Die Siedler hatten ein Zelt für uns vorbereitet. Darin schliefen wir tief und fest. Es war eine Nacht, wie wir sie aus Benin nicht kennen.

5. Februar 2017

Wir haben ausprobiert, ob man aus dem Sand im Umfeld der Baustelle Bausteine machen können, aber die Bausteine haben keine Festigkeit entwickelt. Also haben wir Sand und Kies gekauft. Die Eisenbieger waren seit dem Morgen fleißig bei der Arbeit.

6. Februar 2017

Trotz des starken Windes haben wir mit dem Ausheben der Fundamentgräben begonnen. Da die Leute von Tchiweten Hirten sind und keine Bauern, konnten sie mit den Hacken nichts anfangen. So blieb diese Arbeit an uns hängen. Sie haben sich aber sehr darum bemüht, Wasser an die Baustelle zu bringen. Wir hatten dafür in Zinder einen kleinen Wagen gekauft, der von zwei Eseln gezogen und von einer Person geführt wurde. Sogar am Brunnen waren es die Esel, die das wasser aus der Tiefe zogen. Herr Younfa hat uns an diesem Tag ein Schaf geschenkt.

9. Februar 2017

Die Fundamentgräben waren fertig ausgehoben.
Seit dem Vortag haben wir begonnen, Beton in die Gräben einzufüllen, da der starke Wind sonst die Gräben wieder zubläst.


10 Februar 2017

Die Trennmauern zwischen den Klassenräumen wurden errichtet. Obwohl uns der Wind und der Staub das Arbeiten erschweren, arbeiten wir wie Soldaten im Manoever. Am Abend senkt sich erneut eine winterliche Kälte auf uns nieder. Wir sitzten eng an einender wie eine Gruppe von Pfadfindern um unser Abendessen herum.

11. Februar 2017

Wir haben die Mauern an der Vorderseite des Gebäudes errichtet und den Beton im Fundament der Veranda gegossen.

12. Februar 2017

Wir wurden von einem vierten Schaf aufgeweckt. Wir waren so erschöpft, dass es uns schwer fiel unter unseren Tüchern hervorzukriechen. Aber der Wunsch so schnell als möglich nach Hause zu fahren, trieb uns an, keinen Tag unnütz zu verbringen. Die Arbeiten gingen uns an diesem Tag wie am Schnürchen von der Hand.

13. Februar 2017

Unser Vorrat an Baumaterialien schwand bedrohlich. Wir fuhren nach Zinder, um einzukaufen. Herr Younfas Urlaub war beendet. Er mußte zu seinem Arbeitsplatz in Parakou zurückkehren. Was mich am meisten überrascht und ich bisher in meinem Leben nicht erfahren hatte, ist dass alle möglichen Leute aus dem Dorf auf einmal auftauchten, wenn sich eine Fahrgelegenheit in die Stadt anbot. Niemand will auf diese Chance verzichten und für jemand anderen auf den Platz im Auto verzichten. Mit Kindern, Schafen und sogar Eseln wollen sie zu jeder Zeit nach Tanout fahren, ob es Marktag ist oder nicht. Da der Lastwagen längst wieder abgefahren war, stand uns nur das kleine Auto zur Verfügung, das uns Herr Younfa überlassen hatte. Ich muß zugeben, dass ich an diesem Tag sehr wütend war, aber ich mußte meinen Ärger hinunterschlucken. Man muß natürlich zugeben, dass es keine kleine Sache ist, 150 km auf dem Rücken eines Esels zu unternehmen. Also haben wir den Pick-up beladen: 8 riesige Schafe, Koffer für 13 Personen, 2 Reservereifen, 4 Frauen mit 5 Kindern und 8 Männer. Wegen meiner schlechten Laune habe ich vergessen von dieser Autoladung ein Foto zu machen. Ich rechnete fest damit, wieder eine kalte Nacht in der Wüste zu verbringen. Um 10 Uhr sind wir mit leeren Mägen von Tchiweten abgefahren, da wir nicht mit einer solchen Laderei gerechnet hatten und es dann keine Zeit mehr für das Frühstück gab. Nach 40 km haben wir, wie von mir befürchtet, drei Reifenbolzen von einem hinteren Rad verloren. Die Bolzenzapfen waren so stark beschädigt, dass der Pick-up nicht mehr weiterfahren konnte. Wir haben mit den noch vorhandenen Schrauben ein Reserverad befestigt. Nach einem Kilometer ist dieser Reifen geplatzt. Da hatten wir das Problem: Wir konnten weder nach Tchiweten zurückfahren noch nach Tanout weiterfahren. Wir Mitfahrer sind alle abgestiegen und haben unser Schicksal in die Hand “ALLAHS” gelegt, gleichgültig ob wir Muselmanen, Christen oder Voudouanhänger waren, das einzige das für uns wichtig war, war die Hoffnung auf ein Wunder, das uns wieder auf den Weg bringen würde. Ohne irgend etwas im Magen haben wir uns in die Sonne gelegt, wie die Weissen, die sich am Strand bräunen wollen. Einer der jungen Leute hat nach einiger Zeit eine Siedlung in 5 km Entfernung ausgemacht. Wir haben den Reifen mit 3 Schrauben befestigt und es durften immer nur 4 Personen einsteigen. So haben wir schließlich alle zu der Siedlung transportiert. Der Siedlungschef hat uns alle verköstigt und hat den anderen Passagieren erlaubt, die Nacht in der Siedlung zu verbringen. Wir anderen sind Richtung Tanout weitergefahren, wo wir um Mitternacht angekommen sind. Wir haben uns zwar auf der Wüstenpiste etwas verfahren, aber wir haben es letztendllich geschafft.

14. Februar 2017

Nachdem das Auto repariert war, sind Herr Younfa und ein junger Mann in den “Busch” zurückgekehrt, um die anderen zu holen. Ich habe mich immer gefragt, warum man die Wüste als “Busch” bezeichnet, wo es doch dort gar keinen “Busch” gab. Die anderen sind erst sehr spät nachts in Tanout eingetroffen.

15. Februar 2017

Abfahrt nach Zinder.

16. Februar 2017

Wir haben bei der Bank Geld abgehoben und haben sowohl Baumaterialien wie Lebensmittel eingekauft. Da der Lastwagen einen Schaden hatte, mußten wir, der Chefmaurer und ich, einige Tage in Zinder verbringen. Herr Youfa ist nach Parakou abgefahren und wir waren uns selbst überlassen.

18. Februar 2017

Endlich konnte der Lastwagen beladen werden. Um 18 Uhr waren wir für die Reise nach Tanout bereit. Nach Mitternacht um 1 Uhr sind wir ohne Panne oder irgeneine Aufregung in Tanout angekommen.

19. Februar 2017

Wir haben in Tanout noch einige Einkäufe gemacht und anschließend den Schlosser aufgesucht, der mit “aufgekrempelten Ärmeln” in der Arbeit steckte. Um 14 Uhr haben wir uns Richtung BUSCH aufgemacht. 60 km von unserem Ziel entfernt hat uns die Nacht überrascht. Da der Pick-up keine Lichter hatte, haben wir den Rest des Weges mit einer Taschenlampe ausgeleuchtet. Manchmal haben wir uns verfahren oder sind im Sand stecken geblieben. Der Wille, wieder bei den anderen zu sein, half uns Stück für Stück weiterzufahren. Am 20. Februar um 2 Uhr sind wir endlich an der Baustelle angekommen. Wir hatten erwartet, dass alle wegen der Verspätung auf uns böse wären. Wie überrascht waren wir, als alle bei unserem Eintreten in unsere kleine Villa vor Freude aufsprangen. Während unserer Abwesenheit hatten sie sich großartig organisiert und alle Klassenräume mit Sand gefüllt. Der Eisenbieger hatte alle Eisenbewehrungen fertig und auch schon angebracht. Unsere Mitstreiter hatten sogar mit dem Ausheben der Toilettengruben begonnen. Vor Freude über die tolle Leistung habe ich ein Schaf für sie gekauft. Wir arbeiten zwar auf einem sehr schwierigen Terrain, aber die Freude der Bevölkerung beflügelt unsere Arbeit.

Seit ich dieses Tagebuch begonnen habe, habe ich noch kein einziges Mal die Mitarbeit der Bevölkerung am Bau erwähnt. Das kommt daher, weil die jungen Männer alle mit den Tieren in den Norden gezogen sind. Dazu kommt, dass diese Leute hier Hirten sind und nichts mit der Erde, einer Schaufel oder einer Hacke anzufangen wissen. Ihr Fachgebiet ist die Aufzucht von Tieren. Wenn man ihnen 500 Kamele gibt, sind diese innerhalb von einer Woche gezähmt und geschult. Wenn man ihnen eine Schaufel gibt, setzen sie sich zusammen und kochen den ganzen Tag Tee und trinken ihn. Daher haben wir, um keine Zeit zu verlieren, alles bis auf das Heranschaffen des Wassers selbst gemacht.

23. Februar 2017

Wir sind nach Tanout gefahren, um Materialien einzukaufen.

24. Februar 2017

Beiunserer Rückkehr zur Baustelle, waren die Wände an der Rückseite des Gebäudes bis in Fensterhöhe gewachsen. Auch 2 Trennwände waren fertig. Die Betonschicht im Fundament des kleinen Lagerhauses war gegossen und die Eiseneinlagen angebracht. Einige von uns sind staendig dabei, mehr Bausteine zu produzieren. Die Eisenbieger sind fleißig und die Zimmerleute fertigen die Verschalungen. Jede Abteilung ist gut organisiert.

25. Februar 2017

Früh am Morgen brechen wir nach Zinder auf, um unseren Vorrat an Materialien aufzustocken. Vor allen Dingen liegt uns aber der Dachstuhl aus Metall am Herzen.

26. Februar 2017

Es ist Sonntag und wir ruhen uns aus, um am nächsten Tag mit voller Energie die Arbeit zu beginnen.

27. Februar 2017

Wir haben die Eisenstangen gekauft und sie beim Schlosser abgegeben, damit er daraus die Verstrebungen für den Dachstuhl fertigt. Der Schlosser hat versprochen, die Arbeit innerhalb von 10 Tagen zu machen.

28. Februar 2017

Ich bin wegen dieser Arbeit in Zinder festgehalten. Ohne die Verstrebungen für den Dachstuhl kann ich nicht nach Tchiweten zurückkehren. Also mache ich das Beste daraus und stürze mich in das Ordnen der Rechnungen. Das erlaubt mir zu sehen, wo wir uns in Bezug auf unsere Ausgaben im Verhältnis zu unserer Planung befinden.

8. März 2017

Wir waren die ganze Woche in Zinder, um die Arbeiten des Schlossers zu begleiten. Der Schlosser hat den Zeitplan eingehalten. Wir haben in der Zwischenzeit auch die vielen kleinen Dinge eingekauft, die für die Fertigung des Dachstuhls nötig sind. Während dieser 10 Tage hat uns der Gedanke an die anderen in Tchiweten gequält. Wie mag es ihnen wohl gehen? Ohne Fortbewegungsmittel, um im Notfall Hilfe zu holen, ohne jegliche Kontaktmöglichkeit sind sie auf der Baustelle zurückgeblieben. Es fällt mir schwer, sie so lange nicht zu sehen und noch dazu ohne jegliches Wissen über ihr Wohlergehen.

9. März 2017

Alle Einkäufe sind gemacht und der Laster ist beladen. Gegen 14 Uhr machen wir uns endlich auf den Rückweg nach Tchiweten. Am 10. März sind wir gegen 4 Uhr nachts in Tchiweten angekommen. Der Fahrer des Lastwagens hat uns nun schon mehrmals nach Tchiweten gefahren. Er ist von dem Projekt begeistert und hat sein bestes gegeben, uns schnell “nach Hause” zu bringen. Wir waren erschöpft von der Fahrt und haben uns erst einmal ausgeruht. Die Mauern des Gebäudes haben den oberen Eisenanker erreicht. Auch in den Toiletten war gearbeitet worden. Die Mauern in den Gruben sind bis zum ersten Eisenanker angewachsen. Am nachmittag haben wir den Laster entladen. Auch unsere Kameraden auf der Baustelle sind ewegen des ungewohnten Klimas, der Stärke des Windes und der Monotonität in der Ernährung erschöpft. Trotz allem haben sie hart gearbeite. Es ist sehr schwer in einem so lebensfeindlichen Umfeld zu leben, eine Region ohne Strom, ohne Verbindung zur Außenwelt und ohne Möglichkeit ein Krankenhaus aufzusuchen. Die nächste Stadt ist 150 km von Tchiweten entfernt. All unser Sein war auf die Arbeit, das Essen und unsere “Betten” reduziert. Unsere betten waren Strohmatten, die wir über den Sand gelegt hatten. Am Morgen war nicht zu erkennen, wer sich vor dem Schlafen gewaschen hatte und wer nicht, weil wir beim Erwachen voller Staub und Sand waren. Die Möglichkeit, etwas einzukaufen, war mehr als rar und jeder gab seine Bestellungen ab, wenn irgendjemand das Lager verließ (Milch, Zucker, Kaffee, Brot, Seife, Baterien, oder anderes). Um uns zu unterstützen und Mut zu machen, hat uns Frau Toda mehrmals Lebensmittelpakete aus Benin geschickt (Maismehl, Gari, Erdnußgebäck, Erdnüsse, Bohnen und rotes Öl). Das Eintreffen dieser Leckereine war jedes Mal ein Fest für uns. Doch leider waren die guten Gaben auf Grund unsere Anzahl nicht von langer Dauer. Wenn ich in die Stadt fahre um einzukaufen, rufe ich jedes Mal die Familien meiner Kameraden an, um zu hören, dass dort zu Hause alles in Ordnung ist und berichte bei meiner Rückkehr.

11. März 2017

Ich bin noch einmal nach Zinder gefahren, um die Stabilisierungshaken für das Dach zu kaufen.

13. März 2017

Als ich zurückkomme sind alle Kinder in Ferien. Die Schule ist wie eine Wüste verlassen. Die Arbeiten gehen gut voran. Am Schulgebäude wie am Lagerraum wurde der obere Eisenanker gegossen.

14. März 2017

Die Giebel am Schulgebäude und die Schrägung am kleinen Gebäude wurden gemacht. Die Stimmung auf der Baustelle sinkt von Tag zu Tag. Alle sind der Einsamkeit müde. Auf der anderen Seite steigt mit dem Fortschreiten der Arbeit die Aussicht, dass die Heimreise näher rückt und die Nächte unter Lastwägen in bitterer Kälte ein Ende nehmen.

15. März 2017

Das kleine Auto, das uns Herr Younfa zur Verfügung gestellt hat, damit wir etwas beweglich wären, ist kaputt. Ab jetzt müssen wir auf den Zufall warten, der ein Auto in unserer Nähe vorbei bringen würde.
Die Enden der Stützpfeler an den Giebeln waren gegossen und die Toilettenkabinen wurden aufgemauert.

17. März 2017

Der Schlosser hat zögerlich mit dem Dachstuhl am kleinen Gebäude begonnen.

21. März 2017

Wir sind über 150 km mit dem Motorrad über die Wüste nach Tanout gefahren. Das ist die verrückteste Reise, die ich in meinem ganzen Leben hinter mich gebracht habe. Das schwierige Lenken im Sand hat uns so manches Mal zu Fall gebracht. Aber wir sind schließlich angekommen!! Trotz zerrissener Hose und einer dicken Schicht von Sand über meinem Koerper bin ich mit dem Bus von Tanout weiter nach Zinder gefahren. Ich bin todmüde, aber die Sehnsuch nach Zuhause treibt mich an, alles schnell zu erledigen.

23. März 2017

Wir habe Zement eingekauft und eine zweite Truppe Schlosser fährt mit uns nach Tchiweten, um denen vor Ort Unterstützung zu geben.

1. April 2017

Das Dach ist gedeckt. Wir haben Sand für die Verputzarbeiten gekauft. Nach einer Woche, in der die Schlosser auf dem Dach dem Wind und der Kälte getrotzt haben, sind wir am Ende der “Aufbauarbeiten”. Die Schlosser und auch unsere Zimmerleute für die Verschalungen reisen ab. Unser Chefmaurer ist krank. Ich bringe ihn nach Zinder in ein Krankenhaus.

2. April 2017

Die Zimmerleute nehmen von Zinder aus den Bus nach Dosso und weiter nach Hause.

8. April 2017

Der Chefmaurer wurde im Krankenhaus gründlich untersucht. Er hatte Probleme mit dem Herzen. Er bekam Medikamente und wurde einige Tage beobachtet.

Die Maler sind in Zinder eingetroffen. Sie waren erschöpft von der Reise. Ich habe sie am Busbahnhof abgeholt und zum Essen eingeladen, ehe wir uns Schlafen gelegt haben.

9. April 2017

Wir haben Farbe eingekauft und den Laster für den Transport reserviert. In diesem Moment haben die Maler ein erstes Gefühl dafür bekommen, auf was sie sich eingelassen hatten. Die erste Begegnung mit dem Essen in Niger war nicht einfach. Um 13 Uhr sind wir von Zinder in Richtung Tanout abgefahren und waren dort gegen 17 Uhr. Wie immer haben wir uns weiter in Richtung Tchiweten bewegt. Dieser Straße haben wir den Spitznahmen “Die Straße des Kalvarienbergs” gegeben. Nach den ersten 15 km haben wir die erste Panne gehabt. Nach einer Stunde war sie wieder behoben und es konnte weitergehen. Für einige Zeit lief alles wie am Schnürchen. Doch damit der Übermut uns nicht packen solle, kamen wir nach 70 km wieder zum Stillstand. Für uns war das nun schon eine Normalität, aber die Maler waren verzweifelt. Um das Auto wieder in Marsch zu bringen, arbeiteten wir wie von der Tarantel gebissen und wie in einem Militärmanöver.
Alle 10 km blieb der Laster stehen. Wir entluden, schoben den laster aus dem Sandloch und luden von neuem auf. Einmal konnte der Laster nicht mehr angehalten werden, nachdem er in Fahrt gebracht worden war. Trotz Erschöpfung liefen wir ihm nach und sprangen auf das fahrende Vehikül auf. Der Laster hatte schwer unter der Fahrt durch den Wüstensand gelitten und wir alle beteten jeder zu seinem Gott, dass wir gut in Tchiweten ankommen würden. Gegen 5 Uhr am frühen Morgen sind wir endlich am Ziel angekommen. Wir waren bis auf die Knochen erschöpft.

11. April 2017

In Windeseile waren die Arbeiten am kleinen Haus (Verputzen und Zementieren der Böden) beendet. Bei den Toiletten müssen noch die Böden gemacht und die Türen eingesetzt werden. Am Schulgebäude sind bereits zwei Klassenräume mit den Tafeln fertig. Die maler haben sofort mit der Arbeit begonnen, damit sie schnell wieder nach Hause fahren können. Nachdem die Farben gemischt worden waren, haben wir festgestellt, dass die eingekauften Farben nicht ausreichen werden. Wir haben den Lastwagenfahrer nach Zinder geschickt, damit er Nachschub holt.

12. April 2017

Am kleinen Haus wurde innen der obere Teil angemalt und die Maler beginnen die Außenseite zu bemalen. Auch die Maurer sind eisern bei der Arbeit. Die diensthabenden Köche sind eifrig in der Küche um unser aller Wohl bemüht. Die Stimmung hat ein neues Hoch erreicht, da das Ende des Projektes greifbar wird.

13. April 2017

Der ganze Innenanstrich des kleinen Gebäudes ist fertig. Die Maurer haben haben die Arbeiten an der Veranda beendet. Wind und Staub sind nicht gerade förderlich für die letzten Arbeiten. Aber die Gedanken an Zuhause machen uns widerstandfähig gegen Wind und alles andere.

14. April 2017

Bald gehört das Projekt von Tchiweten der Geschichte an. Die Maurer haben die Verputzarbeiten am ganzen Schulgebäude beendet. Die Maler haben mit dem Anmalen des Schulgebäudes begonnen. Das Lachen auf der Baustelle ist wieder laut geworden. Ein freundliches Lächeln hat sich auf die Lippen gezaubert und einige beginnen mit der Planung, was sie mit ihrem Verdienst zuhause tun wollen. Der Anblick des kleinen Gebäudes gibt bereits einen Vorgeschmack, wie diese Schule in der Wüste leuchten wird, wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind.

19. April 2017

Die Maurer haben alle Arbeiten beendet. Der Farbanstrich ueberzieht in Eile das Gebäude. Tchiweten ist zu einem Zentrum geworden, wo alle Wüstenreisenden Halt machen und sich ausruhen, ehe sie sich weiter auf den Weg machen. Die Farben der Schule haben das Bild der ganzen Region verändert. Die Kühle in den Klassenräumen zieht die Bevölkerung an heissen Nachmittagen an. Leherer und Kinder können es kaum erwarten, in die neuen Klassenräume einzuziehen.

22. April 2017

Der Grafiker ist nach Tchiweten gekommen, um die Logo anzubringen. Damit ist der Traum der Heimkehr Wirklichkeit geworden. Die Freude ist übergroß. Alle unsere Arbeiter träumen davon, wie es sein wird, wenn sie ihre Familien und alle Freunde wiedersehen werden. Die Aufregung steckt alle an. Auch die Maler geben ihr Bestes um von diesem “Busch” zu entfliehen. Alle arbeiten. Alle sind zu Malern geworden und reiben die Mauern und Fenster glatt. Der Lastwagenfahrer hat uns zum Dank für dieses tolle Projekt ein Schaf geschenkt. Wir haben es zur Feier des Abschlusses der Arbeiten zubereitet und gegessen.

24. April 2017

Das ist der große Tag. Schon früh am morgen sind alle Koffer gepackt. Alle sind abfahrtbereit. Die Maler und der Grafiker müssen noch schnell kleine Fehler korrigieren. Die Freude der Bevölkerung und unsere eigene ist überschwinglich. In drei Tagen werden wir Zuhause sein! Wir werden unsere Familien sehen! Für die Bevölkerung ist heute ein großer Tag, da wir ihnen heute die Schlüssel für die neue Schule überreichen werden. Viele Kinder sind zu unserem Abschied gekommen. Die Erwachsenen sitzen in den Räumen und genießen die Kühle. Alle machen zum Andenken Fotos. Auch die jungen Leute sind aus den Siedlungen gekommen. Wir übergeben die Schlüssel dem Chef der Siedlungen. Wir haben restliche Materialien aufgeräumt und unsere “Grüne Villa” gesäubert. Dann war es Zeit für die Abfahrt und ein letztes Mal haben wir die mühsame Fahrt über die Wüste unternommen. In Tanout haben wir eine kurze Pause gemacht und gegessen. Dann ging es weiter nach Zinder. Im Lastwagen wurde viel erzählt. Gegen 23 Uhr waren wir am Ziel. Wir haben die Buskarten nach Dosso besorgt und die Wartezeit genutzt, um Einkäufe zu machen.

25. April 2017

Abfahrt nach Dosso! Ich kann nicht beschreiben, wie wir uns alle gefühlt haben. Das muß man erlebt haben.

26. April 2017

Abfahrt nach COTONOU ! Die Fahrt schien uns unendlich lang, doch wir waren sicher, dass wir es bald geschafft haben werden. Diejenigen von uns, die in der Wüste geweint hatten, haben ihr Freude wiedergewonnen. Diejenigen, die die ganze Zeit an ihre Familien gedacht hatte, hingen ununterbrochen am Telefon. Alle Familien waren informiert. Die Frauen waren glücklich und riefen alle paar Minuten an, um zu hören, wie weit die Fahrt schon vorangeschritten sei. Der Bus war zu einem Call-Center geworden. Am Abend waren wir in Cotonou, wo wir von Frau Toda begrüßt wurden, die ebenso glücklich war, uns alle heil und wohlbehalten zurückzuwissen. Die ersten Geschichten aus der Wüste wurden berichtet. Doch alle wollten so schnell als möglich nach Hause. Das Projekt in Tchiweten hat uns eine besondere Erfahrung beschert.

27. April 2017

Wir haben uns alle beim Vereinsitz eingefunden und einen kurzen Bericht über das Projekt gegeben. Wir haben mit allen Arbeitern besprochen, was ihnen als Lohn zustünde und sie für den nächsten Tag einbestellt. Alle waren glücklich, Zuhause zu sein und es wäre schwierig, sie heute auf eine neue Mission zu schicken. Da jedoch die Solidarität die Herzen unseres Teams ergriffen hat, haben alle geschworen, überall hinzugehen, wo es nötig wäre, um Kindern aus schwierigen Situationen zu helfen.