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Andere über Astrid Toda

Kaiserin Michiko von Japan empfängt Astrid Toda

 

Kaiserin von Japan

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Die Kaiserin von Japan, Michiko (3. v. r.),Schirmherrin eines Basars in Tokio, besuchte im November 2007 den Stand von Astrid Toda und empfing sie anschließend zu einer Audienz. Die Kaiserin zeigte großes Interesse an Astrid Todas Arbeit in Benin und lobte ihr Engagement.

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Der Präsident der Republik Benin an Astrid Toda

 

Präsident Benin

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Übersetzung des Präsidentenbriefes

Republik Benin Cotonou, den 15. Januar 2007
Amtssitz des Präsidenten der Republik
Ziviles Kabinett
Der Direktor des Kabinetts

An
Frau Astrid TODA
Verantwortlich für die private Initiative


BP 718
ABOMEY-CALAVI


Betreff: Ihr Brief vom 28.September 2006


Gnädige Frau,
ich habe die Ehre Ihnen mitzuteilen, dass der Präsident der Republik, Staatschef und Regierungschef den Erhalt Ihres unter Betreff genannten Briefes bestätigt hat und sich bei Ihnen bedankt.

Der Staatschef begrüßt Ihren durch Patriotismus erhabenen Sinn und drückt den Dank seiner Regierung und des beninischen Volkes für Ihre unermüdlichen Bemühungen aus, die sie beständig für die Einschulung und Erziehung der Kinder in Benin auf sich nehmen.

Er nutzt diese Gelegenheit gleichzeitig, um allen, die Sie bei der Verwirklichung Ihrer edlen Ideale unterstützen, seine Anerkennung zu versichern.

Mit dem Ausdruck meiner tiefen Verehrung

Nestor DAKO



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Bericht von Dennis Greger über seinen Besuch in der Republik Benin
Anfang August 2008
Schon lange interessiere ich mich für Afrika. Die afrikanische Mentalität, die Lebensgewohn-heiten und die Kultur reizten mich schon seit Jahren und ich habe immer auf eine Gelegenheit gewartet, meine zunächst nur spärlich vorhandenen Eindrücke von Afrika zu erweitern und einmal live mitzuerleben. Keinesfalls wollte ich einen Safariurlaub oder eine Pauschalreise in einem 5 Sterne Club, in dem ich mir im abgezäunten hoteleigenen Strand die Sonne auf den Bauch scheinen lasse, um dann später stolz meinen Freunden und Verwandten zu erzählen, dass ich in Afrika war, im Endeffekt aber nichts davon gesehen habe. Ich wollte etwas von Afrika sehen, ich wollte es erleben und ich wollte mit Leuten in Kontakt kommen. Gerne wollte ich letztes Jahr, nachdem ich das Abitur in meiner Heimat in der Nähe von Hannover hinter mich gebracht hatte, meinen Zivildienst an mehreren Stellen in Westafrika ableisten. Da dies jedoch aufgrund eines nicht allzu großen Stellenangebotes, dafür aber wohl einer umso ausgeprägteren Auswahl an Bewerbern nicht funktionierte, wie ich mir das vorstellte, musste ich vor meinem zweiten Anlauf afrikanischen Umgang in voller Form zu erleben zunächst meinen Zivildienst im Krankenhaus von Bad Reichenhall ableisten. Die danach entstandene Freizeit von Anfang Juni bis zum Beginn meines Studiums Anfang September wollte ich sinnvoll nützen.

Einerseits war es mein Wunsch anderen Menschen zu helfen, die ungerechter Weise ein weitaus weniger privilegiertes Leben als ich führen. Andererseits war ich mir sicher, dass ein längerer Aufenthalt in vollkommen anderen Umständen als sonst von mir gewohnt sicher wichtige Erlebnisse und Erfahrungen für mein ganzes weiteres Leben mit sich bringen und sicher auch meinen Horizont erheblich erweitern würde.

Durch mehr oder weniger Zufall bin ich dann auf die Homepage von Astrid gestoßen und per Mail haben wir uns auf meinen knapp 3 monatigen Aufenthalt im Benin und eine Mitarbeit im mir sehr sinnvoll erscheinenden Projekt vor Ort im Schulbau einigen können. Mit der Tatsache der Eigenfinanzierung konnte ich mich nicht allzu schweren Herzens abfinden, da mir ein derartiger Aufenthalt durchaus sinnvoller erscheint, als mir ein eigenes Auto oder einen neuen Fernseher zu leisten.

Also startete ich Mitte Juni meinen weg in eine völlig andere Welt, als ich vorher gewohnt war. Vieles kam mir vor wie im Fernsehen. Die schlaglochübersäte Straße aus rotem Sand, die meistens von mit 3 bis 4 Mann völlig überladenen 2-Räder befahren wurde, erschien mir ähnlich Europafremd, wie das kleine Plumpsklo, vor dem das mit zwei Schnüren an der Deckebefestigte Klopapier baumelte, die Dusche, die lediglich aus einem kahlen Raum mit Eimer und Schöpfschüssel bestand, oder die Tatsache, dass man hier jegliche Kleidungsstücke mit der hand waschen muss. Dies alles waren jedoch Dinge, die ich schon im Voraus erahnen und worauf ich mich mehr oder weniger einstellen konnte. Eine Sache, auf die ich mich weitaus schlechter einstellen konnte, waren die afrikanischen Menschen, deren Bräuche, Gewohnheiten und dessen Art zu leben. Ich hatte zwar auch einige Bücher, unter anderen von Astrid, zu diesem Thema gelesen und mich auch bei einigen Gelegenheiten mit Afrika erfahrenen Menschen unterhalten. Ich sehe darin aber einen großen Unterschied im Gegensatz zum selber erleben. Im Voraus war ich ehrlich gesagt ganz schön aufgeregt, wie mich die afrikanische Bevölkerung aber auch die noch nie zuvor gesehene Astrid aufnehmen werden.

Die afrikanische Mentalität durfte ich hier in etwa so kennen lernen, wie ich sie mir ungefähr vorgestellt habe. Die Fröhlichkeit und Offenheit der Menschen begeistern mich immer wieder. Die Begrüßung ist meist herzlich und bei jeder Unterhaltung wird viel gelacht und gescherzt. Auch die Gastfreundschaft meiner Bekanntschaften erstaunt mich oft. Wenn ich bei Familien zu Besuch bin, die meist froh sind, sich selbst und die Kinder ernähren zu können, und ich dann einen Riesenteller von Keksen, Bananen oder abgefüllte gekaufte Getränke angeboten bekomme, habe ich fast ein schlechtes Gewissen, all diese für hiesige Verhältnisse Köstlichkeiten anzunehmen, da ich mir sicher bin, dass die Kinder so etwas schon lange nicht mehr zu sich nehmen konnten. Da es aber sehr unfreundlich und fast schon ignorant wäre, diese Geschenke abzulehnen, isst man selber ein bisschen und verteilt den Rest an die Kinder. In den Augen der Gastgeber kann man so gut wie immer die Anerkennung über meinen außergewöhnlichen Besuch und das Vergnügen mir eine Freude bereitet zu haben erkennen.

Allgemein bin ich über meinen Stand im Dorf durchaus positiv überrascht. Dass ich hier im Dorf erstaunlich bekannt bin und auch außerhalb des Dorfes von manchen Leuten, von denen ich denken würde, diese noch nie vorher gesehen zu haben, mit Namen begrüßt werde, liegt wohl eher daran, dass es hier in der Umgebung so gut wie keine Weißen gibt. Bei erstaunlich vielen Unterhaltungen mit den Dorfbewohnern lässt sich erkennen, dass sie relativ glücklich und stolz darauf sind, dass ich im Dorf bei den Bauarbeiten helfe. Ich höre bei Gesprächen oft ein „Danke, dass Sie hier sind“ oder ähnliches. Außerdem finde ich es wirklich bemerkens-wert, wie oft ich Geschenke, meist in Form von Lebensmitteln von Nachbarn aber auch von ferner stehenden, sogar fast unbekannten Menschen bekomme, die jedoch sehr wohl meine Arbeit hier im Dorf schätzen. Als wir einmal einem unbekannten Dorfbewohner bei der Ernte seiner Kokospalmen zusahen, genügte ein unbewusster und unbeabsichtigter Kommentar, dass ich schon Appetit auf eine Kokosnuss hätte, und schon wenig später hielt ich die beiden ersten geernteten Kokosnüsse als Geschenk in der Hand. Was ich bei vielen Unterhaltungen leider feststellen musste, war die Oberflächlichkeit dieser, wenn ich nicht gerade mit Familienmitgliedern redete. Ich hatte immer das Gefühl, dass man über die Probleme der Bevölkerung mit mir nicht gerne spricht und ich selbst habe immer ein schlechtes Gefühl, wenn ich bei diesem Thema nachhake.

Den Nutzen der Entwicklungshilfe, die ich hier leiste, sehe ich keineswegs im Resultat meiner Arbeit an sich. Durch mich geht die Arbeit nicht wesentlich schneller, da die Dorfbewohner einigermaßen hilfsbereit sind, wenn Not am Mann ist. Außerdem schleppen die 10-jährigen Maurerazubis fast genauso viele Ziegelsteine auf dem Kopf wie ich von der Hitze angeschlagener Europäer. Den eigentlichen wert meiner Arbeit sehe ich in der Völkerverständigung. Für die Leute hier ist das etwas ganzbesonderes, dass ein Weißer auf der Baustelle unter einem Schwarzen arbeitet – und das auch noch freiwillig. ich muss sagen, dass mir das am Anfang auch relativ gegen den Strich gegangen ist, mich von jemandem rumkommandieren zu lassen, der weder lesen noch schreiben geschweige denn mir sagen kann wie viel neun mal acht sind. Zuerst hatte ich das Gefühl, dass die Arbeiter es richtig genossen haben mich rumzuscheuchen, dann ist mir aber klar geworden, dass der Kommandoton eher aus dem relativ lückenhaften Französisch der Bauarbeiter als aus Ignoranz resultiert, und dass mich die Bauarbeiter eigentlich super herzlich aufnehmen und behandeln. Nach dieser Erkenntnis hat mir die Arbeit wirklich richtig Spaß gemacht. Das Arbeitsklima war echt super und ich habe die Maurer echt lieb gewonnen.

Die eben genannten Eindrücke beziehen sich speziell nur auf meine Arbeit und meinen Aufenthalt. Die Bauprojekte der „Ecole de la Solidarité“ sind keinesfalls nur Völkerverständi-gungsprojekte. Mir ist in der Zeit hier das erste Mal richtig bewusst geworden, welchen Wert Bildung hat und welche Auswirkungen ein fehlender Zugang hierzu im späteren Berufsleben hat. Der Eisenbieger zum Beispiel, mit dem ich zusammengearbeitet habe, der lediglich die Klassenzimmer von innen gesehen hat, die er selbst erbaut hat, hatte wahnsinnige Probleme mit der Materialkalkulation. Obwohl er das nötige Eisen für ein Schulgebäude, also drei Klassenzimmer, kannte, war es ihm nicht möglich die annähernd richtige Anzahl eines einzelstehenden Zimmers zu ordern, sodass wir 3 Mal Eisen nachbestellen mussten. Ich kann mir vorstellen, dass sich das so manch ein Arbeitgeber nicht lange anguckt und nächstes Mal einen anderen Arbeiter beschäftigt. Wenn man mal überlegt, gibt es viele hier weit verbreitete Berufe, wie Schneider oder Tischler, bei denen nicht vorhandene Mathekenntnisse ein erhebliches Hindernis darstellen. Um so wichtiger ist es, den Zugang zu dieser grundbildung zu ermöglichen.

Wenn ich das Gymnasium in Satré betrachte, an dem momentan 440 Schüler und vor allem Schülerinnen auf dem Weg zur Mittleren Reife und viele davon später auch zum Abitur sind, merke ich, dass die Schulen erheblich zur Entwicklung der Regionen beitragen. Nicht zu Unrecht ist Bildung ein von der UN formuliertes Grundbedürfnis, welches hier jedoch leider längst noch nicht flächendeckend befriedigt ist. Ich denke, dass die Projekte eine wichtige Voraussetzung für die nachhaltige Verbesserung der Lebensumstände sind. Auch wenn trauriger Weise manche Eltern dieser Entwicklung entgegen steuern. Einige Eltern, die früher nicht das Privileg genießen konnten, eine Schule zu besuchen, verwehren ihren Kindern aus Angst, für gebildete Kinder keine Respektsperson mehr darzustellen, die Möglichkeit in die Schule zu gehen. Dennoch versicherte mir der Schuldirektor in einem Gespräch, dass die Schule keinerlei Mangel an Schülern hätte, im Gegenteil sogar problemlos Schüler für ein fünftes oder sechstes Schulgebäudefinden könnte. Wenn man mal überschlägt, dass 440 Schüler in 3 Gebäuden, also derzeit 7 Klassenräumen untergebracht sind, entspricht das also 60 Schüler pro Zimmer. Da diese mit 9 x 7 Metern ungefähr der Größe deutscher Klassen-räume entsprechen, kann man nicht unbedingt von gähnender Leere sprechen. Dennoch sind die jungen Menschen glücklich, die Schule nutzen zu können und jedem müsste klar sein, dass man hier halt nicht durch und durch deutsche Verhältnisse schaffen kann.

An das Leben hier unter wirklich simplen Umständen konnte ich mich relativ leicht und schnell gewöhnen. Das war auch vielleicht die Sache, auf die ich mich vorher unbewusst am meisten eingestellt hatte. Trotzdem wächst mit dem Abstand zum Zeitpunkt, an dem ich das letzte Mal an einer Mc Donalds- Filiale vorbeigegangen bin oder eine deutsche Zeitung gelesen habe, auch die Lust und fast schon das Verlangen nach Sachen, von denen ein Großteil der hiesigen Bevölkerung noch nicht einmal gehört hat oder aber als absolut überflüssigen Luxus ansehen würde. Mit der Zeit geht das Leben im Dorf bei den Bauarbeiten doch ganz schön an die Substanz. ich denke, dass ich durch die Erfahrungen, die ich hier gemacht habe, das Leben in Deutschland und die Privilegien von uns, von denen ich manche vorher als lästige Pflicht empfunden habe, wirklich zu schätzen gelernt habe. Auch obwohl mir die Reise wirklich super gut gefällt, mir der Aufenthalt eine Menge Freude bereitet und ich schweren Herzens hoffe, noch einmal hierher zurückkommen zu können, freue ich mich wirklich schon wieder auf Deutschland.

Zum Schluss wäre wohl noch zu erwähnen, dass diese Eindrücke und Tatsachen aus den ersten 2 Monaten sind. Einen knappen Monat voller Überraschungen, Spannung, sowie neuer Eindrücke und Begegnungen legen noch vor mir. Dennoch werden nach einer solchen Zeit einige erwähnenswerte Sachen schon so gewöhnlich und nisten sich in der Normalität ein, dass man diese schon gar nicht mehr als bemerkenswert empfindet. Ich bin mir sicher, dass mir viele bedeutende hiesige Tatsachen und besondere Unterschiede erst wieder richtigbewusst werden, wenn ich mich wieder in „zivilisierter Umgebung“ befinde. Bis dorthin genieße ich jedoch noch die Zeit hier und freue mich von Astrid so herzlich aufgenommen und unterstützt zu werden.

Dennis Greger

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